26.04.2018

Weichenstellung im Schweizer Bahnverkehr


Nächster Halt: Medienpräsenz

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Es war eine vieldiskutierte Meldung: Die SBB verliert ihre Monopolstellung im Fernverkehr und bekommt einen Gewinndeckel verpasst. Am anderen Ende des Perrons gehört die BLS aber nicht zu den strahlenden Gewinnern, erhält sie lediglich zwei der geforderten fünf Fernverkehrslinien zugesprochen. Die Analyse des Bahnwettbewerbs anhand der Medienpräsenz.

Am 19. April lud das Bundesamt für Verkehr (BAV) zur Medienkonferenz und orientierte über die Weichenstellung im Schweizerischen Bahnverkehr. Anhand der Media Focus Medienpräsenzdaten lässt sich nachverfolgen wie die Ausführungen des BAVs in den Online Medien einschlugen:

Sowohl bei der SBB als auch bei der BLS ist ein deutlicher Peak am Tag der Medienkonferenz auszumachen. Bei der deutlich kleineren Bahngesellschaft BLS war es im Vorfeld des 19. April sehr ruhig und die News-Meldungen gingen auch im Nachgang an den 19. April rasch zurück. Bei der SBB gibt es ein tägliches Grundrauschen an Newsmeldungen, die den Peak vom 19. April nicht derart massiv erscheinen lassen.

Eine Gegenüberstellung der beiden Bahngesellschaften zeigt weiter, dass in der Berichterstattung verstärkt auf die SBB eingegangen wurde:

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Der Verlust der Monopolstellung der SBB wurde offenbar als schwerwiegender gewichtet als der Erhalt zweier Fernverkehrslinien der BLS. Dieser Befund wird auch durch die Analyse der Tonalität bestätigt. Im Nachgang der Medienkonferenz titelten viele Online-Zeitungen mit „BLS jagt den SBB zwei Linien ab“. Einordnende Artikel, die auch den „Gewinn“ zweier Fernverkehrslinien der BLS relativierte, wurden meist erst mit einer zeitlichen Verzögerung publiziert.

Quelle:

©Media Focus Schweiz GmbH